Wulfelade - stadtfuehrungen

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In den urkundlichen Belegen von 1107 bis 1454 heißt das Dorf „Wulvelage“ oder „Wolvelage“, erst im 16. Jahrhundert wandelte sich die Endung zu „-lade“. Das ist nicht ganz ungewöhnlich im Sprachgebrauch, und ebenso wenig Probleme bereitet die Deutung dieses Elements.
„-lage“ ist das sogenannte Grundwort im Ortsnamen, und es bezeichnet nichts anderes als eine Siedlung, beziehungsweise einen „Platz zur Ansiedlung“. Der Ortsnamentyp mit diesem „-lage“ ist in Norddeutschland relativ häufig und weist auf eine sehr alte Namensgebung hin. Denn schon im früheren Mittelalter ist für das Wort nicht mehr die Bedeutung „Siedlung“, sondern die etwas abweichende Bedeutung „Legung“ (= „was man hinlegt“) und „Lager“ belegt.
Bei der Frage nach der Bedeutung des ersten Elements in „Wulfelade“/„Wulfelage“ fangen die Schwierigkeiten jedoch an. Auf den ersten Blick scheint das Wort „wolf“ (plattdeutsch „wulf“) gemeint zu sein. Der Ort hieße dann „Wolfssiedlung“. Auch eine Kombination mit einem Personennamen „Wolf“/„Wulf“ scheint möglich zu sein. Eine Verbindung mit dem Tiernamen ist jedoch andererseits wenig plausibel, denn von Wölfen ist im Zusammenhang mit der Geschichte des Dorfes nichts überliefert. Und ein Personenname passt grammatisch nicht. Der Ort müsste dann „Wulfenlade“ heißen (wie etwa „Wolfenbüttel“), und das ist in keinem einzigen der rund 20 Belege aus der Zeit bis 1500 der Fall, und in denen danach ebenso wenig.
So haben Forscher Einigkeit über eine weitere Möglichkeit erzielt. Demnach könnte sich im ersten Namenselement ein altes plattdeutsches Wort verbergen, das die Bedeutung „Wölbung“ oder „Bogen“ trug. Es ist leider nicht erhalten, kann aber anhand seiner „Nachfahren“ (Wörter im heutigen Platt- und Hochdeutschen) und anhand seiner „Cousins“ (Wörter aus der mittelalterlichen englischen und skandinavischen Sprache) rekonstruiert werden.
So gibt es das Wort beispielsweise im frühen mittelalterlichen Englisch noch. Nachfahren dieses alten Wortes sind im Deutschen etwa die Begriffe „wölben“ und „Walm-“ (in „Walmdach“). „Wulfelade“/ „Wulfelage“ wäre damit so etwas wie „die auf einer Bodenwelle liegende Siedlung“.

 
 
 
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