Stöckendrebber - stadtfuehrungen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Um 990 ist der Ort zum erstenmal urkundlich erwähnt: als „Thriveri“, wie es in der alten Aufzeichnung über die Grenzen zwischen den Bistümern Hildesheim und Minden heißt. „Dribura“, „Dribur“, „Trevere“ und „Suthtrevere“ lauten die Namen in weiteren Urkunden, später „Stockheimbdrever“ und schließlich „Stöcken Drever“/„Stöcken-drebber“.
Schwierigkeiten macht Forschern neben dieser Namensgebung auch, dass gerade in den ältesten Belegen eine klare Unterscheidung zum Nachbarort Nord-drebber nicht sicher möglich ist.
Erst in der Mitte des 13. Jahrhunderts erhält das heutige Stöckendrebber den Zusatz „Suth-“ oder „Stockheim-“ und „Stöcken-“, um dadurch von Norddrebber unterschieden zu werden. Das Element „Suth-“ im Namen bedeutet dabei einfach „Süd-“. Das Element „Stockheim-“/ „Stöcken-“ setzt sich seinerseits aus zwei Elementen zusammen: aus „stok-“ (im mittelalterlichen Platt „Baumstumpf“, „Ansamm-lung von Baumstümpfen“) und „-hem“/„-heim“ (im frühen mittelalterlichen Deutschen „Heim“ oder „Welt“), und meint damit soviel wie „Siedlung am gerodeten Wald“.
Es bleibt die Frage nach der Bedeutung des ältesten Namenselements, nämlich „Dribura“ und seine ähnlichen Formen. Die augenscheinlichste Lösung erscheint Sprachforschern hier nicht unbedingt als die beste. Im mittelalterlichen Deutschen hieße „Dri-“ (auch „Thri-“) einfach „drei“, und das Wort „-bur(a)“ könnte als eine Form des Wortes „bur“ oder „buri“ gedeutet werden, was soviel wie „Haus“ oder „Behausung“ meint. „Dribura“, das sich im Laufe der weiteren sprachlichen Entwicklung dann zu „Trevere“, „Drever“ und „Drebber“ veränderte, hieße nach dieser Deutung „Dreihaus-Siedlung“ oder „Ansiedlung der drei Bauern“.
Forscher haben jedoch nach einer weiteren Möglichkeit gesucht. Hier ist auffällig, dass viele nord- und mitteldeutsche Ortsnamen, die in irgendeiner Weise die Elemente „Trebur“, „Trebra“ und „Drebber“ im Namen tragen, an Gewässern liegen. Auch bei der Suche nach der Bedeutung dieser Namensformen wurden Sprachforscher fündig, was Bezeichnungen für Wasser, Sumpf und Morast betrifft. In diesen Zusammenhang gehört übrigens auch das plattdeutsche Wort „drabbe“ für „Schlamm“.
Forscher rekonstruieren für derartige Schlamm- und Wasserwörter eine gemeinsame Urform wie „Drabira“, auf die sich auch das Wort „Drebber“ zurückführen lässt. Auch das Wort „trüb“ und die Bezeichnung „Treber“ (= „Rückstand beim Keltern“) sind damit eng verwandt. Für den Ortsnamen „Drebber“ ergibt sich so die Bedeutung „schlammiger, am trüben Wasser liegender Ort“.

 
 
 
Suchen
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü