Schneeren - stadtfuehrungen

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Die erste urkundliche Erwähnung ist im Jahre 1215 verzeichnet, und bis ins erste Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts gibt es keine wesentlichen Veränderungen: „Snedere“ heißt der Ort hier. Erst seit etwa 1616 wird „Schneeren“ geschrieben.
Der Wegfall des „d“ in der Wortmitte ist dabei nicht unbedingt etwas Ungewöhn-liches: ein solcher Ausfall kommt in der plattdeutschen Sprachgeschichte desöfteren vor, insbesondere wenn der Buchstabe, der ausgelassen wird, auf einen lang gesprochenen Vokal folgt. Das ist auch in der Wortentwicklung „Snedere/ Schneeren“ der Fall. Bei der Frage nach einer Bedeutung des Ortsnamens ist natürlich wieder von der alten Form „Snedere“ auszugehen. Hier haben Sprachforscher ein altes, plattdeutsches Wort gefunden, das passen könnte.
„Snedere“ bedeutete im mittelalterlichen Platt soviel wie „Schneide“, „Schnitt“; aber auch „Grenze“, „Grenzzeichen“ und „Flur-grenze“. Aus einer solchen Bezeichnung wurde häufig durch Anfügen einer Wort-endung mit „r“ ein Ortsname gebildet (beispielsweise auch im Namen „Deister“). Forscher nehmen an, dass dies auch hier passiert ist. Damit besteht der Ortsname nicht wie bei vielen anderen im Neustädter Land aus zwei zusammengesetzten Wörtern, sondern nur aus einer Form. Dabei ist die Namensbildung mit der „r“-Endung gleichzeitig ein Zeichen für das hohe Alter des Ortsnamens.
Sinn macht die Bezeichnung „Schneide“ oder „Grenze“ durchaus. Schneeren liegt am Rande eines großen Moorgebietes, eine Grenzlage, die durch die südlich und nördlich gelegenen Wälder noch verstärkt wird. Die Ortslage passt gut zur Beschaffenheit frühmittelalterlicher Grenzen, die aus natürlichen Gegebenheiten bestanden, wie aus Wäldern, Sümpfen, Mooren und anderen schwer zugänglichen Flächen.

 
 
 
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