Niederstöcken - stadtfuehrungen

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„Stocheim“ heißt der Ort in der ersten urkundlichen Erwähnung von 1029, und in den Varianten „Stochem“, „Stockem“ und „Stockheimb“ lebt die Überlieferung weiter. Erst um 1616 folgt der Zusatz „Niedern-“.
Schon die ältesten Belege zeigen einen deutlichen Einfluss des Hochdeutschen im ursprünglich plattdeutschen Dorfnamen: „-heim“ lautet die Form statt „-hem“. Erst später verschwindet die hochdeutsche Version, und das niederdeutsche „-hem“ wird zu „-en“ verkürzt. Die Frage nach der Bedeutung dieses Namens ist indes relativ leicht zu klären.
Wie die meisten Ortsnamen besteht auch das alte „Stocheim“/„Stockem“ aus zwei Elementen: aus „Stoch-“/„Stok-“ und aus „-heim“/ „-hem“. Letzteres bedeutet im frühen mittelalterlichen Deutschen soviel wie „Heim“ oder „Welt“ und findet sich als Element in sehr vielen deutschen Ortsnamen.
Auch das erste Element „stok“ ist in vielen Namen vertreten. Es meint im mittelalterlichen Deutschen „Baumstumpf“, „Ansamm-lung von Baumstümpfen“ oder „Baum-stamm“, aber auch „Hochwald“. Wird beides zusammengesetzt, ergibt sich für die Bedeutung des Ortsnamens „Stocheim“/ „Stockem“/„Stöcken“ in etwa ein „aus Baumstämmen gezimmertes Heim“, oder möglicherweise eher noch ein „Heim an den Baumstümpfen“ (= „Siedlung, wo Wald gerodet wurde“).
Es bleibt die Frage nach dem Sinn des Zusatzes „Nieder-“, der erst mit dem 17. Jahrhundert aufkommt. Ein solches Element macht eigentlich nur Sinn, wenn es in Unterscheidung dazu eben auch ein „Ober-stöcken“ gäbe, doch lässt sich das Ganze vielleicht mit einer Differenzierung zum benachbarten Stöckendrebber erklären. Erst zum Ende des 16. Jahrhunderts hat der alte Name „Drebber“ den Zusatz „Stöcken“ bekommen. Vielleicht wollten Stadtschreiber der Gefahr einer Verwechslung mit dem unmittelbar südlich davon gelegenen „Stöcken“ vorbeugen, indem sie diesem Ort einfach den Zusatz „Nieder-“ gaben.
Möglich ist natürlich auch, dass sich der Zusatz „Nieder“ auf die Lage des Dorfes in der Leineniederung Bezug nimmt. Allerdings hätte das Element in diesem Fall sicherlich schon sehr viel früher Eingang in den Ortsnamen gefunden, so wie ähnliche geographische Bezeichnungen in anderen Dorfnamen auch.

 
 
 
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