Laderholz - stadtfuehrungen

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Nicht immer hat der Name sein "d" in der Mitte gehabt: "Laerholte" hieß das Dorf in den ersten urkundlichen Erwähnungen aus dem frühen 12. Jahrhundert, und eine ähnliche Form ist bis ins 18. Jahrhundert erhalten. Erst etwa ab 1780 heißt es "Laderhol(t)z". Bei der Frage nach der Namensbedeutung muss natürlich von den ältesten Formen ausgegangen werden. Dass der Name mit dem Wort "-holt" zusammengesetzt ist, das "Holz" bedeutet, also "Wald" oder "Gehölz" meint, ist unumstritten. Etwas schwieriger stellt sich aber die Suche nach der Bedeutung des ersten Namenteils dar. Hierbei ist zu schauen, wie der Name "Laerholt" denn ausgesprochen wurde. Eine Hilfe bietetdie Tatsache, dass später das "d" zwischen die Vokale "a" und "e" eingeschoben werden konnte. Dies geht nur, wenn das erste Element ,Laer-" aus zwei Silben bestand, demnach also "La-er-" gesprochen wurde und nicht mit langem Vokal "a" oder gar einem Umlaut "ä". So gehen Forscher also von einer Urform des Namens aus, die "Laherholt", ("Laher Holz") hieß. In dem ersten Teil des Namens kann die alte Waldbezeichnung "loh" (in Dialekten "jah") vermutet werden, die ein "kleines Waldstück", Gehölz" oder einen "Buschwald" meint, der zu öffentlichen Weidennutzung frei ist. Demnach meint das heutige "Laderholz" soviel wie "Waldgehölz". Das ist zwar "doppelt gemoppelt", aber nicht undenkbar. Es kann sich dadurch erklären, dass die Bedeutung von "loh/Iah" schon im hohen Mittelalter in manchen Gebieten allmählich unverständlich geworden war, und dann "holt" einfach nochmal dazugefügt wurde. Etwas ähnliches ist in Bayern passiert, wo die Namensforschung drei Ortsnamen ausgemacht hat, die "Lohholz" heißen. Natürlich ließe sich bei der scheinbar doppelten Namensgebung auch annehmen, dass die Wörter "loh/Iah" und "holt" früher eben nicht so gleichbedeutend waren wie sie uns heute erscheinen. Sie könnten durchaus etwas Unterschiedliches meinen. Dann ließe sich vermuten, dass das Element "Joh/Iah" das folgende "holt" einfach noch ein wenig näher beschreibt, so wie es in zweiteiligen Ortsnamen, die aus Bestimmungswort und Grundwort bestehen, ohnehin der Fall ist. In manchen alten mittelalterlichen Dialekten des Hoch- und Plattdeutschen sind für Joh" auch die Bedeutungen "bewachsene Lichtung", "niedriges Gebüsch" oder"Wiese" belegt. Als ursprüngliche Bedeutung für "loh" wird ohnehin "Lichtung" angenommen - die Waldbezeichnung entwickelte sich erst später. So könnte unser "Laderholz" statt "Waldgehölz" eher noch "Gebüsch am Wald", "Wiese am Wald" (oder Wiese im Wald"= "Lichtung im Wald") bedeuten.
 
 
 
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