Evesen - stadtfuehrungen

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Die ersten urkundlichen Belege stammen aus den Jahren zwischen 1221 und 1255: Hier heißt der Ort mit dem idyllisch gelegenen alten Rittergut „Evenedesen" und "Evendissen". Später fällt das "d" im Namen weg, nichts Ungewöhnliches für die niederdeutsche Sprachentwicklung. Was bleibt, ist schließlich nach geraumer Zeit die heutige Form "Evensen". Die Deutung erweist sich als recht schwierig; die Form selbst ist jedoch ein echter "Leckerbissen" für Sprachforscher, denn an ihr lassen sich viele wichtige Stufen der norddeutschen Sprachentwicklung vom frühesten Mittelalter bis heute finden. Innerhalb eines Zeitraums von über 1.500 Jahren verschoben sich Laute oder fielen weg, und manchmal auch ganze Silben. In der Endsilbe des Ortsnamens, also in "-sen", wird ein noch älteres und später verkürztes "-husen" vermutet, so wie es auch im Falle von Dudensen belegt ist, das einst "Dudenhusen" hieß. Viele Gründungen von Siedlungen aus der alten sächsischen Zeit tragen dieses Element im Namen. "Evensen" dürfte demnach einmal "Evenedeshusen" gehießen haben, was bei den Häusern des "Evenedes" bedeutet hätte. Ein solcher Personenname, "Evened" oder auch "Evenad", kann nun wiederum auf uraltenordseegermanische Namen zurückgeführt werden, die es vor über 1.300 Jahren tatsächlich gegeben hat. Ein Beispiel dafür wäre das alte sächsische "Aivenath" als Männername. Von der Bedeutung her gliedert sich diese Form in zwei Teile. Der erste Teil, "Aive-" (späterEve-"), geht auf eine Form zurück, die heute noch im Wörtchen "ewig" erhalten ist. Der zweiteTeil des Namens,
"-nath", beinhaltet ein altes niederdeutsches Verb für "etwas wagen" oder "vorwärts streben". Entschieden scheint also zu sein, dass unser Evensen einen sehr altertümlichen Personennamen in sich trägt, doch wer jener "Evenad" war, dem die Siedlung letztendlich ihren Namen verdankt, und ob er wirklich genau so oder nicht doch ein klein wenig anders hieß, bleibt wieder einmal völlig im Dunkeln.
 
 
 
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