Dudensen - stadtfuehrungen

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Strittig ist, wann dieser Ortsname zum erstenmal erwähnt wird. Bereits 1128 gibt es ein urkundlich verzeichnetes „Duotdenhusen“, doch ob damit wirklich unser Dudensen gemeint ist - und nicht etwa ein Ort in Hessen - bleibt fraglich. Als relativ sicher in Bezug auf das Dorf mit der restaurierten Bockwindmühle erscheint dagegen die Angabe „Dudenhusen“ in einer späteren Urkunde von 1228.
Aus „Dudenhusen“ wurde im Laufe der Zeit „Dudensen“, und das ist nicht ungewöhnlich für die Sprachentwicklung in Niedersachsen. Das Element „-husen“ bedeutet schlicht „bei den Häusern“ oder „zu den Häusern“ - wer plattdeutsch spricht, kann dies auch heute noch ohne weiteres nachvollziehen. Dann hieße der komplette Ortsname also „zu den Häusern von Duden“ - und wer oder was ist „Duden“?
Zurückzuführen ist diese Form offenbar auf einen Personennamen „Dudo“ oder „Dodo“, für den es in frühmittelalterlicher Zeit viele Belege im Raum des heutigen Niedersachsens und südlichen Schleswig-Holsteins gibt. Woher dieser Name ursprünglich kommt, ist nicht ganz klar. Sprachforscher nehmen eine sogenannte Lallform von Namen an, die das Element „Lud-“ (früher „Liud-“, das „iu“ dabei als langes „ü“ gesprochen) in der ersten Silbe haben, wie zum Beispiel „Ludger“ oder auch „Ludwig“. Wer genau jener „Dudo“ war, der für die Benennung der Siedlung verantwortlich zeichnet, verbleibt wie üblich im Dunkel der Geschichte.
Verwiesen wird übrigens gern auf das 15 Kilometer entfernte Dudenbostel in der Wedemark, doch dass derselbe Dudo der Namensgeber beider Dörfer war oder das eine Dorf, nämlich Dudenbostel, als „Abbau“ des anderen, nämlich Dudensen, gegründet wurde, erscheint wenig plausibel - schließlich liegen die wichtigen Orte Mandelsloh und Helstorf dazwischen, und der Personenname Dudo scheint im Mittelalter nicht unbedingt selten gewesen zu sein.
Eine weitere Möglichkeit bleibt allerdings im Raum stehen, wenn sie auch weitaus weniger plausibel erscheint. Wird die „Dudo“-Form nicht als entartete Version eines Eigennamens betrachtet, sondern als „Abart“ oder Dialektform des zu Grunde liegenden Hauptwortes, könnte sich „Dudo“ auch - ohne personenbezogen zu sein - von dem mittelalterlichen Wort „liud“ ableiten, was nichts anderes bedeutet als „Volk“ oder „Leute“ (letzteres in der Einzelform: „einer von irgendwelchen Leuten“), oder von dem Wort „lode“, was soviel wie „Sprössling“ heißt. Dann hieße „Dudensen“ schlicht und einfach „zu Häusern der Leute“. Aber dies ist nur ein Gedankenspiel - sehr viel wahrscheinlicher ist, dass sich „Dudo“ wirklich auf eine Person bezieht.

 
 
 
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