Basse - stadtfuehrungen

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Der Name "Basse" hat etwas ziemlich einzigartiges vorzuweisen: von der erstenurkundlichen Erwähnung aus der Zeit um 990 an ist die Form bis heute fast völligunverändert geblieben. Leider erleichtet die konstante Schreibweise die Deutungdieses Namens aber nicht.Vielfältige Vorschläge hat es gegeben. An eine slavische Herkunft des Namens wurdegedacht, das hochdeutsche Wort "See« bemüht, oder auch das niederdeutsche"Basse" = Wildschwein". Fest scheint zunächst nur zu stehen, dass der Name sehr altsein muss. Sprachforscher haben es hier schwer, denn es lässt sich kein geeignetesplattdeutsches Wort finden, das sofort als mögliche Form ins Auge springt und alsBedeutung für den Ort dann auch noch möglichst viel Sinn macht.Das erwähnte Wildschwein" entbehrt hierwohl jeder Grundlage, denn warum solltenMenschen ihre neue Siedlung einfach "Wildschwein" nennen? Hätte es um den Ortherum viele solche Vierbeiner gegeben und hätten die Gründer der Ortschaft dies imOrtsnamen zum Ausdruck bringen wollen, dann wohl eher in einem Bestimmungswort,das ein weiteres (Grund) Wort dazubekommen hätte. Oder anders ausgedrückt: siehätten ihr Dorf »Siedlung bei den Wildschweinen" oder "Rodung bei denWildschweinen" oder ähnlich genannt, und "Basse" hieße "Bassenburen",l,Bassenhusen", "Bassendorp" oder "Bassenrode".Wortformen, die für unser "Basse" passen könnten, werden daher aus noch frühererZeit gesucht, also etwa aus dem 8. Jahrhundert und davor. Dies ist zum Teil sehrschwierig, weil es hier wenig schriftliche Belege gibt. Die SprachforschunS muss solcheWortformen dann aus den jüngeren "Nachfahren" dieser Wörter rekonstruieren -eine mühevolle Kleinarbeit, bei der auch alle verwandten Sprachen mit einzubeziehensind. (Im Falle des Deutschen also beispielsweise das Englische, Holländische und dieskandinavischen Sprachen.)Für"Basse" ist so ein uraltes Wort rekonstruiert worden, das die Bedeutung"abreiben" oder "zerreiben" oder auch "ausstreuen" hatte und sich wohl ursprünglichauf kahle, abgewetzte Stellen bezog. Noch heute sichtbare Relikte dieses uraltenWortes sind Wörter wie "bar" (= "unbedeckt", "frei von etwas«), aber auch "Besen".In diesem Sinne wäre "Basse" als "abgeriebene, zerriebene Stelle" zu verstehen,beziehungsweise natürlich als Siedlung an einer solchen Stelle. Direkte Bestätigungscheint sich in der Lage des Ortes zu finden: So liegt etwa die Kirche von Basse nurwenige Meter vom hohen und steilen Leineufer entfernt, und zwar am Prallhang derFlusswindung, an dem fortwährend Abtrag stattfindet
 
 
 
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